Chronik von 1909 bis 2009

Die Anfänge. Bereits im Herbst 1891 errichteten drei Ordensschwestern die erste Krankenstation in Bad Fredeburg. Sie beschränkten sich zunächst auf die ambulante Pflege der Kranken in deren Wohnungen. Doch schon bald reichte die ambulante Versorgung der Patienten nicht mehr aus, so dass der örtliche Kirchenvorstand im Jahr 1909 beschloss, das dringend benötigte Krankenhaus in Bad Fredeburg zu erbauen. Am 26. Oktober 1909 heißt es im Protokollbuch des Kirchenvorstands (KV), dass der Rohbau nahezu fertig sei – nach Abschluss der Bauarbeiten und der Übergabe am 15. Dezember 1910, konnten nun bis zu 38 Patienten im St. Georg Krankenhaus behandelt werden. 

Im darauffolgenden Jahr wurden ein neuer Speiseaufzug, das erste Telefon und unter großen finanziellen Opfern seitens der Stadt- und Kirchengemeinde weitere wichtige Einrichtungsgegenstände angeschafft. Ins Stocken geriet der Ausbau und die Vervollständigung der Einrichtung des St. Georg Krankenhauses während der deutschen Inflation bis Ende der 20er Jahre. Erst danach konnte an Neuanschaffungen wie beispielsweise die erste Waschmaschine, eine Röntgenanlage und an die Ersetzung bzw. Ergänzung von Instrumenten gedacht werden. Auch das Personal erweiterte sich in diesen Jahren um fünf weitere Ordensschwestern. 

Nachdem während der Kriegswirren ein Teil des St. Georg Krankenhauses von der national-sozialistischen Regierung zum Notlazarett umfunktioniert wurde und im Verlauf der letzten Kriegstage besonders die Krankenhauskapelle, das Leichenhaus und die Gartenanlage in Mitleidenschaft gezogen wurden, befasste sich das Krankenhaus-Kuratorium bereits Anfang des Jahres 1947 mit den Plänen eines Architekten zwecks eines Erweiterungsbaus und Personenaufzugs. Neun Jahre später waren die Baupläne genehmigt, so dass noch im selben Jahr der Aufzugstrakt gebaut, der Röntgenraum erweitert und Toiletten für das Personal fertiggestellt werden konnten. Anschließend wurde im Jahr 1957, aufgrund stetig ansteigender Belegungszahlen über einen Erweiterungsbau mit 40-50 Betten nachgedacht - die Realisierung konnte am 02. Februar 1960 erfolgreich beendet werden. In den kommenden Jahren wurde auch der Altbau renoviert und bekam einen neuen Außenputz, so dass er zu dem Neubau passte. 

Bereits 1963 reichte der Anbau jedoch nicht mehr aus, so dass die Pläne für einen zweiten Bauabschnitt vorangetrieben wurden. Das Richtfest des zweiten Anbaus konnte am 03. Dezember 1964 gefeiert werden. Insgesamt verfügte das St. Georg Krankenhaus nun über 121 Betten. Um den Weg zum vorherigen Neubau frei zu machen, wurde 1966 das sog. „Wirtschaftsgebäude“ südlich des ersten Anbaus (1960) abgebrochen. Ein Jahr später wurde eine Badeeinrichtung erstellt, die sowohl den Patienten als auch den Kurgästen Fredeburgs zur Verfügung stehen sollte. 
 Zu Beginn des Jahres 1969 kam ein schwerwiegender Personalwechsel auf das St. Georg Krankenhaus zu. Die derzeit elf Ordensschwestern wurden nach und nach zum Mutterhaus nach Olpe abberufen, so dass im nächsten Jahr zunächst 12 koreanische und dann 12 philippinische Krankenschwestern die Arbeit der Ordensschwestern übernahmen. Ebenfalls in diesem Jahr wurde die neue Fachabteilung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde eingerichtet. 

Mitte der 80er Jahre konnte das St. Georg Krankenhaus mit einem Kirchenfunk ausgestattet werden. Den Patienten war es ab diesem Zeitpunkt möglich, über Hörkissen die Gottesdienste aus der Pfarrkirche und Krankenhauskapelle zu empfangen. Nach sorgfältiger Planung erfolgte am 26.05.1987 der erste Spatenstich für den Neubau eines OP-Traktes - ca. fünf Monate später konnte Richtfest gefeiert werden. Kurz danach wurde im Neubau die neue Ambulanz mit Behandlungsräumen für Notfälle sowie für kleinere chirurgische Eingriffe eröffnet und das Labor des St. Georg Krankenhauses in ein Zentrallabor umgewandelt. Durch den zusätzlichen Anbau und die rasante Entwicklung der Abteilung verdoppelte sich innerhalb von drei Jahren die Patientenzahl, und das Krankenhaus konnte um 50 Betten erweitert werden. 

Am 01.07.1991 übernahm Frau Dr. Zwick aus Bad Füssing bis heute die Einrichtungen, und die KH Kurklinik Hochsauerland GmbH wurde neue Trägerin des Krankenhauses. 1993 bewilligte der Regierungspräsident den Bau von zwei neuen Kreißsälen. Auch die geburtshilfliche Abteilung schaffte durch eine Neugestaltung einen freundlich wohnlichen Charakter sowie eine angstlösende, emotional ausgewogene Atmosphäre. Desweiteren eröffnete 1996 die neue Cafeteria mit Kiosk seine Pforten. Mit ca. 40 Sitzplätzen und einer Terrasse zum Park hin, ermöglicht sie den Patienten ihre Tasse Kaffee in einer einmaligen Umgebung einzunehmen. 

Nachdem 1996 das St. Georg Krankenhaus die Errichtung von Tages- und Kurzzeitpflegeplätzen beantragte und diese ein Jahr später auch genehmigt bekam, konnte im Jahr 1998 die Tages- und Kurzzeitpflegestation errichtet und eingeweiht werden. Auch die neue Liegenkrankenanfahrt, die es ermöglicht die Patienten in einem überdachten Raum aus dem Krankenwagen zu entladen und auf direktem Weg über eine Schleuse in die Notaufnahme zu bringen, bewilligte die Bezirksregierung in Arnsberg, so dass sie am 11.11.1997 in Betrieb genommen werden konnte. In demselben Zeitraum richtete das St. Georg Krankenhaus im Kurmittelhaus (Therapiezentrum) ein Dialysezentrum ein. Aber auch im Krankenhaus selbst waren wieder weitere Veränderungen geplant. So wurden im Jahr 1999 die modernsten und minimalinvasiven Methoden der Krampfaderoperationen eingeführt und durch kostenlose Nutzung von Farbfernsehern, die auf allen Patientenzimmern installiert wurden, war per Videoschaltung eine Direktübertragung der heiligen Messen möglich. 

Anfang des Jahres 2000 zerstörte ein Brandstifter die Kapelle des St. Georg Krankenhauses. Nach 8 Monaten Bauzeit konnte die Kapelle wiederhergestellt und die ebenfalls in Mitleidenschaft gezogene Station 3 im Altbau renoviert werden. Im Jahr 2001 wurde die Rettungswache in Schmallenberg zum St. Georg Krankenhaus in Bad Fredeburg verlegt. Die zentrale Lage ermöglicht den Rettungskräften nahezu alle Bezirke von Schmallenberg, der flächengrößten Stadt Nordrhein-Westfalens, in der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit zu erreichen. Zum ersten Mal in der Geschichte wird ein professioneller Notarztdienst eingerichtet, der bis heute von den qualifizierten Ärzten des St. Georg Krankenhauses verrichtet wird. 

Die kostenfreien Parkplätze vor dem Krankenhaus, dessen Finanzierung der Förderverein, die Stadt und das Krankenhaus selbst übernommen haben, wurden im Jahr 2004 eingeweiht. 

Die aufwendigsten Umbauarbeiten begannen jedoch im Jahr 2005. Mit Aufnahme des St. Georg Krankenhauses in den Investitionsplan des Landes Nordrhein-Westfalen erfolgte die Ergänzung aller Patientenzimmer mit Nasszellen, die Errichtung einer neuen Intensivabteilung, die Gestaltung einer Zentralen Aufnahme, der Einbau neuer Aufzüge, die Errichtung neuer Schwesterndienstplätze sowie der komplette Umbau der Endoskopie. Ergänzend hierzu wurde die medizintechnische Ausstattung erneuert. Die Baumaßnahmen dauerten bis zum Jahr 2009 an; zum Abschluss erfolgte die Neugestaltung der Außenanlagen in Form eines Parks für die Patienten im Herbst 2009 mit finanzieller Unterstützung des Krankenhaus-Fördervereins. 

Zeitgleich mit Aufnahme der Umbauarbeiten erfolgte die Errichtung eines Medizinischen Versorgungszentrums mit den Fachabteilungen Chirurgie und Neurologie/ Psychatrie in Ergänzung des medizinischen Angebotes in unmittelbarer Angrenzung am St. Georg Krankenhaus. 

Im Jahr 2009 löste Herr Helmut Karg – Vorstand der Johannesbad Management AG aus Bad Füssing – Herrn Klaus Thelen als Geschäftsführer der KH Kurklinik Hochsauerland GmbH ab. Er wird unterstützt von Herrn Bernd Baumbach als Klinikmanager. 

Kaufmännischer Leiter des St. Georg Krankenhauses wurde Herr Hartmut Prenosil. 

Die große Jubiläumsveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen des Krankenhauses in Verbindung mit dem Abschluss der über vier Jahre andauernden Baumaßnahme fand am 21.06.2009 unter reger Teilnahme der Bevölkerung statt.